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Steffen Schneider
Wie sieht das Geschäftsmodell von Roatel aus und wie werden Gewinne erzielt?
Steffen Schneider Juli 23, 2025
Ralf Kals
Roatel generiert seine Umsätze vor allem durch die Vermietung seiner
Mikrohotel-Zimmer an hochfrequentierten Standorten entlang der Verkehrswege.
Jedes Roatel-Modul besteht aus vier voll ausgestatteten Einzelzimmern (inklusive
eigenem Bad, Klimaanlage, WLAN, TV, die rund um die Uhr digital buchbar sind.
Der Übernachtungspreis liegt derzeit bei ca. 49 € pro Nacht. Dank automatisierter
Abläufe, vom Online-Buchungssystem bis zum schlüssellosen Check-in per
Smartphone, arbeitet Roatel mit minimalem Personaleinsatz, was die Betriebskosten
niedrig hält und die Margen verbessert. Durch die strategische Platzierung an stark
frequentierten Autobahnen und Knotenpunkten erzielt jedes Roatel eine hohe
Auslastung. Beispielsweise würden 48 Roatels bei etwa 80 % Belegung einen
Jahresumsatz von rund 3 Mio. € erwirtschaften. Diese realen Umsätze und das
sichtbare Wachstum untermauern das Geschäftsmodell bereits heute. Für
Investoren bedeutet das: Roatel verfügt über ein skalierbares Ertragsmodell mit echten
Einnahmen aus dem operativen Geschäft und Wachstumspotenzial durch Expansion.
Eine zusätzliche Produktionslinie soll die Kosten pro Einheit um mindestens 30 %
senken. Dies macht Roatel für Franchise-Partner noch attraktiver und Roatel profitiert
von zusätzlichen Lizenzgebühren. Künftige Erlösquellen wie Franchising erweitern
somit die Profitabilität des Unternehmens. Kurz gesagt: Roatel verdient Geld durch die
Vermietung smarter Mikrohotel-Zimmer in nachgefragten Lagen und diese Einnahmen
wachsen mit jeder neuen Standorteröffnung.
Ralf Kals Juli 24, 2025
Anne Hackl
Wie beeinflussen autonome Fahrzeuge das zukünftige Reisen und welche Rolle spielt Roatel in diesem Kontext?
Anne Hackl Juli 24, 2025
Ralf Kals
Autonomes Fahren wird das Reisen zwar verändern, aber nicht die grundlegende
menschliche Bedürfnisstruktur nach Ruhepausen und Übernachtungsmöglichkeiten
aufheben. Vollautonome Lkw und Pkw in breiter Flotte sind eine Vision, die sich
schrittweise über die nächsten Jahrzehnte entwickeln dürfte. Prognosen sehen eine
stufenweise Einführung von 2027 bis etwa 2040. In der absehbaren Zukunft bleiben
menschliche Fahrer und Reisende ein zentraler Faktor im Straßenverkehr. Selbst
moderne Assistenzsysteme erlauben es Fahrern heute rechtlich nicht, den Sitz zu
verlassen oder unterwegs zu schlafen. Das bedeutet, dass Ruhezeiten weiterhin
eingelegt werden müssen. Roatel bietet genau hierfür eine zeitgemäße Lösung: Auch
wenn Fahrzeuge immer autonomer werden, benötigen Reisende nach langen Fahrten verlässliche Orte für einen Zwischenstopp, sei es zum Schlafen, Erfrischen oder
einfach um sicher zu pausieren. Zudem werden Elektro- und autonom fahrende
Fahrzeuge regelmäßige Lade- bzw. Wartestopps einlegen müssen. Roatel-Mikrohotels
können an solchen Mobilitäts-Hubs eine ideale Übernachtungsmöglichkeit bieten,
während das Fahrzeug lädt. Schließlich zeigt sich bereits jetzt, dass Roatel nicht nur
Lkw-Fahrer, sondern auch Geschäftsreisende und Urlauber anspricht. Diese
Zielgruppen werden auch in Zukunft reisen und Wert auf komfortable, sichere
Übernachtungen legen. Roatel positioniert sich somit als zukunftssicheres
Unterkunftskonzept: Durch Digitalisierung, flexible Module und nachhaltige Bauweise
ist das Modell darauf ausgelegt, sich in einer zunehmend autonomen und
elektrifizierten Mobilitätswelt zu behaupten. Kurzfristig profitiert Roatel von aktuellen
Regulierungen (z. B. EU-Mobilitätspaket), die Übernachtungen außerhalb der
Fahrerkabine vorschreiben und so die Nachfrage ankurbeln. Langfristig bleibt der
Bedarf an Zwischenstopps bestehen und Roatel füllt diese Nische mit smarten
Mikrohotels, auch wenn Fahrzeuge selbstfahrender werden. Für Investoren bedeutet
das, dass Roatel sein Geschäftsmodell an neue Reisetrends anpassen kann und
weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Reiseinfrastruktur bleiben wird.
Ralf Kals Juli 25, 2025
Hannes Vogl
Richtet sich das Roatel-Konzept ausschließlich an Lkw-Fahrer?
Hannes Vogl August 4, 2025
Ralf Kals
Nein. Zwar war die Ursprungsidee von Roatel, das Übernachtungsproblem für
Fernfahrer zu lösen, doch die Praxis zeigt, dass die Mehrheit der Gäste keine
Lkw-Fahrer sind. Tatsächlich entfallen rund 80 % der Roatel-Gäste auf
Geschäftsreisende, Monteure und Privatreisende. Dieses Verhältnis hat Roatel selbst
überrascht und bestätigt, dass das Konzept einen breiteren Bedarf bedient. Ähnlich
wie klassische Motels in den USA bietet Roatel jedem Reisenden, ob
Außendienstmitarbeiter auf Dienstreise oder Familie auf dem Weg in den Urlaub, eine
unkomplizierte, sichere Übernachtungsmöglichkeit in Autobahnnähe.
Berufskraftfahrer bleiben zwar eine wichtige Zielgruppe (nicht zuletzt wegen
gesetzlicher Ruhezeiten), aber Roatel ist keineswegs ausschließlich auf sie
beschränkt. Die komfortablen, sauberen Einzelzimmer mit eigenem Bad und
digitalem Check-in kommen bei allen Reisenden gut an, die eine flexible Alternative zu
herkömmlichen Hotels suchen. Die hohe Zufriedenheit und Auslastung an den
bestehenden Standorten, auch abseits des reinen Lkw-Verkehrs, belegt, dass Roatel
ein breites Kundensegment anspricht. Für Investoren bedeutet dies, dass Roatels
Markt nicht nur auf die Nische „Truck Stop“ begrenzt ist, sondern ein deutlich größeres
Potenzial im allgemeinen Reisemarkt hat.
Ralf Kals August 5, 2025
Harald Peters
Befinden sich Roatel-Mikrohotels ausschließlich an Autobahnen?
Harald Peters August 7, 2025
Ralf Kals
Roatel-Mikrohotels werden vorrangig dort aufgestellt, wo Bedarf an
Übernachtungsmöglichkeiten entlang wichtiger Verkehrswege besteht. Das umfasst Autobahnraststätten, Autohöfe (private Rasthöfe nahe Autobahnausfahrten) und
andere Mobilitäts-Hotspots. Es stimmt, dass viele aktuelle Roatel-Standorte
autobahnnah liegen, doch ausschließlich auf Autobahnen beschränkt ist das Konzept
nicht. Entscheidend ist die Nähe zu hochfrequentierten Verkehrsachsen, um Pendlern,
Fernfahrern und Reisenden ohne Umweg eine Unterkunft zu bieten. So kooperiert
Roatel beispielsweise mit Autohof-Betreibern, Tankstellenketten und Logistikzentren,
um die Mikrohotels genau dort zu platzieren, wo täglich viele potenzielle Gäste
vorbeikommen. Darüber hinaus zeigen Anfragen von Unternehmen und sogar
Kommunen, dass Roatel-Einheiten auch in Gewerbegebieten oder an großen
Logistikhubs willkommen sind, wo bislang Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Ein
„Roatel“ lässt sich relativ schnell installieren und auch wieder versetzen, was eine
flexible Standortwahl ermöglicht. Aktuell betreibt Roatel 29 Mikrohotels in Deutschland
Stand 2025 und plant, das Netzwerk auf mindestens 50 Standorte bis 2027
auszubauen, inklusive Standorten im europäischen Ausland. Diese Expansion wird
ebenfalls dort stattfinden, wo der Bedarf am größten ist, seien es Autobahnkreuze,
Transitpunkte oder andere stark frequentierte Routen. Für Investoren bedeutet das,
dass Roatel sein Wachstum nicht auf Autobahn-Raststätten allein stützt, sondern
überall dort Chancen nutzt, wo mobile Reisende eine Übernachtungslösung benötigen.
Die Fokussierung auf verkehrsgünstige Lagen stellt sicher, dass die Auslastung der
Mikrohotels hoch bleibt, egal ob an der Autobahn selbst oder in der Nähe anderer
Verkehrsknotenpunkte.
Ralf Kals August 8, 2025
Moritz Winter
Gibt es bereits Franchisepartner oder werden die bisherigen Standorte von Roatel betrieben?
Moritz Winter August 11, 2025
Ralf Kals
Ja, seit letztem Jahr gibt es einen Franchise-Partner mit zwei erfolgreichen Roatels in Holdorf. Für die kommenden Monate sind weitere Standorte im Franchisemodell bereits in Planung. Franchise ist für uns aber kein Selbstzweck. Daher betreiben wir den Großteil der Standorte – vor allem an den Verkehrsachsen – weiterhin in Eigenregie. Unser Franchisekonzept wird derzeit kontinuierlich weiterentwickelt, um es für künftige Partner noch attraktiver, skalierbarer und wirtschaftlich effizienter zu gestalten. Ziel ist es, ein bundesweites Netzwerk aus zuverlässigen, komfortablen Mikrohotels nicht nur entlang wichtiger Reiserouten zu schaffen, sondern – gemeinsam mit engagierten Partnern – beispielsweise an touristischen Orten oder solchen, die auch ohne Autobahnnähe ein interessantes Einzugsgebiet vorweisen können.
Ralf Kals August 12, 2025
Moritz Winter
Gibt es bereits Interessenten für Franchise?
Moritz Winter August 12, 2025
Ralf Kals
Ja, das Interesse an einer Beteiligung im Franchisemodell ist groß, sowohl von Investoren als auch von Standortbetreibern im Bereich Logistik, Ladeinfrastruktur und Mobilität. Insbesondere Unternehmen, die ihre Fläche aufwerten und gleichzeitig einen Service für Reisende bieten wollen, sehen in Roatel einen echten Mehrwert.
Ralf Kals August 12, 2025
Claudia Schuster
Wie sehen die gesetzlichen Anforderungen für diese Übernachtungsmöglichkeiten aus?
Claudia Schuster August 13, 2025
Ralf Kals
Roatel-Einheiten erfüllen alle baurechtlichen, brandschutzrechtlichen und hygienischen Anforderungen. Da Roatel nicht mehr als 12 Zimmer an einem Standort anbietet, unterliegen wir nicht der Muster-Beherbergungsstättenverordnung (MBeVO), die in den meisten Bundesländern Anwendung findet. Die Meldung der Gäste erfolgt über my.roatel.de mittels digitalen Meldeschein, ausländische Gäste müssen zudem ihre Passdaten angeben.
Ralf Kals August 13, 2025
Walter Rethmann
Warum sollten Fahrer Roatel nutzen, wenn sie kostenlos im Lkw schlafen können?
Walter Rethmann August 14, 2025
Rene Koetting
Es bleibt den Fahrern frei, die täglichen Ruhezeiten in ihrem LKW zu verbringen. Seit 2020 besteht aber europaweit die gesetzliche Pflicht, die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit von mind. 45 Stunden außerhalb der Fahrerkabine zu verbringen (das sog. Kabinenschlafverbot). Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Strafen rechnen. Die Einhaltung der Ruhezeiten wird immer öfter kontrolliert, zuletzt Anfang August landesweit in NRW https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kontrollen-bei-landesweiter-lkw-razzia-ueber-2-400-verstoesse-notiert-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250809-930-893129
Roatel bietet hierfür die ideale Lösung: komfortabel, gesetzeskonform, nah an der Reiseroute und für Fahrer kostenfrei, da für die Übernachtungskosten das Transportunternehmen aufkommen muss. Roatel hat eine sehr komfortable Softwarelösung entwickelt, bei der der Disponent das Zimmer bucht und der Mitarbeiter die Buchungsdaten und den digitalen Zugangsschlüssel in seiner Muttersprache auf sein Mobiltelefon per SMS oder per E-Mail gesendet bekommt. Die Rechnung erhält das Unternehmen am Folgetag direkt per E-Mail.
Aktuell machen Lkw-Fahrer etwa 15 % unserer Gäste aus, perspektivisch möchten wir einen Anteil von 20% erreichen. Die Hauptzielgruppe bilden aber mit rund 70 % private und geschäftliche Reisende, die das Roatel-Konzept besonders wegen der einfachen digitalen Buchung und der Lage an verkehrsstrategisch sinnvollen Punkten schätzen. Was als Lösung für Berufskraftfahrer begann, hat sich somit zu einem breiteren Mobilitätsangebot für viele unterschiedliche Zielgruppen entwickelt.
Rene Koetting August 14, 2025
Jonas Kieselbach
Ein häufiges Problem der LKW Fahrer ist die Parkplatz Situation. Wo stehen die Roatel Container und wie spielt diese Herausforderung in die Nachfrage.
Jonas Kieselbach August 19, 2025
Ralf Kals
Die Roatels werden an Autohöfen auf den Neben-/Grünflächen – neben den LKW-Stellplätzen – aufgestellt.
Insofern reduziert Roatel nicht die Anzahl an Stellplätzen.
Bei neuen Parkplatz-Bauvorhaben wird in der Regel bereits in der Planungsphase eine geeignete Stellfläche für die Roatels vorgesehen.
Ralf Kals August 20, 2025